Neugestaltung Friedhöfe

Umgestaltung der Friedhöfe beginnt im Herbst

Für die anstehende Umgestaltung der Friedhöfe wurden die Anregungen aus der Bürgerschaft aufgenommen und in die Planung einbezogen. Die Gemeinde wird nun im Herbst mit den ersten Umgestaltungsmaßnahmen auf den Friedhöfen beginnen. 

Als eine der ersten Maßnahmen werden Baumgräber und Grabfelder für die Bestattung von Sternenkindern angelegt. Zudem sollen mehr Rasenflächen geschaffen werden.

Neue Bestattungsformen für veränderte Bedürfnisse

Die Bestattungskultur hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. Während früher überwiegend Erdbestattungen in Familien- oder Reihengräbern gewählt wurden, entscheiden sich heute immer mehr Menschen für eine Urnenbestattung. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach individuellen, naturnahen und pflegefreien Bestattungsformen.

Die Gründe hierfür sind vielfältig: Angehörige leben häufig nicht mehr am selben Ort oder können die regelmäßige Grabpflege aus Alters-, Gesundheits- oder Zeitgründen nicht dauerhaft übernehmen. Dennoch bleibt eine Grabstätte ein wichtiger Ort der Erinnerung, des persönlichen Gedenkens und der Trauer.

Die Gemeinde möchte deshalb auch künftig würdige und ansprechend gestaltete Bestattungsmöglichkeiten anbieten. Die bestehenden Grabarten werden um zeitgemäße Angebote ergänzt, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger Rechnung tragen.

Pflegefreie Grabstätten als zusätzliches Angebot

Die Pflege einer Grabstätte ist mit einer langfristigen Verantwortung verbunden. Bei Erdbestattungen beträgt die Nutzungsdauer in der Regel 25 Jahre, bei Urnenbestattungen mindestens 15 Jahre. Während dieser Zeit müssen Bepflanzung, Grabschmuck und die allgemeine Unterhaltung der Grabstätte regelmäßig übernommen werden.

Pflegefreie Grabstätten bieten hierzu eine Alternative. Die Angehörigen müssen die Grabstätte weder selbst bepflanzen noch dauerhaft pflegen. Die Gestaltung und Unterhaltung der umgebenden Rasen- und Grünflächen übernimmt die Gemeinde. Die Grabstätte bleibt dennoch als würdevoller Ort der Erinnerung erkennbar; eine persönliche Namensnennung ist im Rahmen der vorgesehenen Gestaltung möglich.

Als pflegefreie Grabstätte sollen zunächst Baumgräber geschaffen werden. Diese neuen Grabstätten ergänzen die bisherigen Bestattungsmöglichkeiten. Die Wahl der Grabart bleibt weiterhin eine persönliche Entscheidung.

Baumbestattungsplätze in Görwihl, Niederwihl und Strittmatt

Auf den Friedhöfen in Görwihl, Niederwihl und Strittmatt werden ab Herbst die ersten Bäume gepflanzt und damit neue Urnengrabstätten angelegt. Auf dem Friedhof in Oberwihl erfolgt die Umsetzung zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Baumbestattungsplätze sind pflegefreie Urnengrabstätten mit einer Ruhefrist von 15 Jahren. Zudem besteht die Möglichkeit eine weitere Urne je Grabplatz beizusetzen. Die Grabstätten liegen innerhalb einer gemeinschaftlich gestalteten Rasenfläche, deren Pflege die Gemeinde übernimmt. Eine individuelle Bepflanzung oder Einfassung der einzelnen Grabstätten ist nicht vorgesehen.

In die Rasenfläche werden einheitliche Bodenplatten eingelassen. Diese können auf Wunsch und gegen Gebühr mit dem Namen der oder des Verstorbenen versehen werden. So entsteht ein persönlicher Ort des Gedenkens, ohne dass für die Angehörigen eine dauerhafte Verpflichtung zur Grabpflege besteht.

Für die Beisetzung sind ausschließlich biologisch abbaubare Urnen und Schmuckurnen zugelassen.

Friedhöfe zukunftsfähig gestalten

Auch die Friedhofsflächen müssen an die veränderte Nachfrage angepasst werden. Urnengrabstätten benötigen deutlich weniger Platz als klassische Erdgräber. Daher werden einzelne Grabfelder künftig voraussichtlich nicht mehr oder nur noch in geringerem Umfang benötigt.

Gleichzeitig müssen die Friedhöfe dauerhaft gepflegt und wirtschaftlich unterhalten werden können. Dafür ist eine maschinelle Bewirtschaftung der Grünflächen erforderlich. Grabreihen und Grünflächen müssen so angeordnet und erreichbar sein, dass Mäh-, Pflege- und Transportarbeiten mit geeigneten Fahrzeugen und Geräten ausgeführt werden können. Eine kleinteilige oder lückenhafte Belegung erschwert diese Arbeiten und verursacht einen hohen personellen und finanziellen Aufwand.

Künftig soll die Belegung deshalb stärker gebündelt werden. Einzelne Grabfelder oder Grabreihen werden dauerhaft für weitere Bestattungen geschlossen. Frei werdende Flächen können dadurch zusammenhängend gestaltet und leichter gepflegt werden. Zugleich trägt die Neuordnung dazu bei, die Friedhöfe langfristig als ansprechende Grünanlagen und würdige Orte des Gedenkens zu erhalten.

Schließung einzelner Grabreihen und Grabstätten

Im Zuge der Umgestaltung müssen einzelne Grabreihen beziehungsweise Grabstätten für weitere Belegungen geschlossen werden. Dies bedeutet nicht, dass bestehende Grabstätten sofort aufgegeben werden müssen. Die betroffenen Nutzungsberechtigten werden in den kommenden Wochen persönlich informiert.

Bestehende Grabstätten dürfen bis zum Ablauf der jeweiligen Nutzungsfrist erhalten bleiben. Die Ruhe der bereits Bestatteten bleibt selbstverständlich gewahrt. Weitere Bestattungen und Verlängerungen des Nutzungsrechts sind in den betroffenen Grabstätten jedoch nicht mehr möglich.

Auf Wunsch kann eine Grabstätte bereits vor Ablauf der Nutzungsfrist abgeräumt und abgeräumt werden, sofern die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. In besonderen Fällen kann gegebenenfalls eine individuelle Lösung gefunden werden, beispielsweise durch die Verlegung eines vorhandenen Grabmals. Die Friedhofsverwaltung berät die betroffenen Nutzungsberechtigten gerne zu den bestehenden Möglichkeiten.

Kontakt

Bei Fragen zu zu den neuen Grabarten oder Ihrer Grabstätte wenden Sie sich bitte an die Friedhofsverwaltung.

Petra Schlachter

Standesamt, Friedhof, Personalamt

Hauptstr. 54
79733 Görwihl
Raum 0.11